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Titel: Phainomenon
Genre: Science Fiction
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
Seiten: 556
Autor / Herausgeber: Hans-Dieter Klein
Preis: 8,95 Euro
Titelbild: Chris Moore
Bewertung:
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Rezension:
Schon seit Jahren wird die Sichtung eines unbekannten Flugobjektes durch die verschiedensten Staatsorgane verfolgt. Als das unbekannte Flugobjekt schliesslich wieder einmal gesichtet wird, verfolgen amerikanische Spezialeinheiten das Objekt, um es im erdnahen Orbit zu verlieren. Die Entführung eines älteren Ehepaares, dessen immer noch sendende Handy die Jagd möglich machte, wurde zum auslösenden Vorgang.
Im Orbit befindet sich jedoch auch das Space Shuttle Interpid, auf dem Rückflug zur Erde, von der internationalen Raumstation kommend. Das geheimnisvolle Flugobjekt gleicht seine eigene Geschwindigkeit dem Space Shuttle an. Die internationale Besatzung unter dem Kommando von DeHaney erhält von der Bodenstation in Houston den Auftrag, einen Kontakt mit dem fremden Raumschiff aufzunehmen und es zu erforschen. Ihnen gelingt es sogar, das UFO zu betreten, während es weiterhin neben dem Shuttle einher fliegt. Kurz darauf verschwindet das UFO mitsamt dem Shuttle und der Besatzung und die Astronauten befinden sich in der Vergangenheit der Erde. Hier finden sie sich in einem Dauerregen wieder. Gleichzeitig werden die ägyptischen Pyrmaiden, sehr zur Überraschung der Astronauten, 5000 Jahre eher als bisher vermutet, erbaut. Den Bau beaufsichtigt ein kauziger Deutscher, der dem Riesen, der aus dem UFO steigt, untersteht. Belvedere, so nennt er sich selbst, verfolgt damit einen ganz bestimmten Plan.
Da der Restbesatzung des Shuttles so langsam der Sauerstoff ausgeht, entschliessen sie sich, ebenfalls zu landen und damit lösen sie die wichtigsten Ereignisse aus, die dem Plan Belvederes entsprechen.

Infos:
Deutsche Autoren, die sich mit Zukunftserzählungen befassen, lese ich immer wieder gern. Vor allem in den letzten Jahren zeigte es sich, dass Deutschland nicht unbedingt auf amerikanischen Schund zurückgreifen muss. Da gibt es Romane und Erzählungen aus deutschen Landen, die weitaus besser sind.
Gab es zum Vorgängerroman „Googol“ von H. D. Klein sehr unterschiedliche Meinungen, so bin ich sicher, werden sich hier, noch mehr als beim Vorgänger, die Geister scheiden. Während des Lesens von „Phainomenon“ dachte ich das Buch als bester deutscher Roman für den Kurd-Laßwitz-Preis habe Chancen, aber nach dem Lesen zu einem anderen Schluss gelangte. Ausschlaggebend dafür war vor allem, dass er am Beginn sich viel Zeit liess, fast langweilig wurde und nur recht eindimensionale Personen beschrieb, zum Schluss aber irgendwie „hopplahopp“ schnell zum Ende kommen wollte. Viele Elemente des Buches erinnern mich stark an die Fernsehserie „Stargate“, denn gerade dort wird Abenteuer-SF mit Elementen des altägyptischen Pharaos und moderner Technik miteinander gemischt. Wie die „Goa’ul“ ist hier Belvedere der Böse. Seine Persönlichkeit zeigt erst spät, wie sie wirklich ist. Das Buch kann ich durchaus empfehlen, doch werden der langwierige erste Teil und der Umfang des Buches selbst, einige Käufer abschrecken.
Zum Zeitpunkt, da ich diese Buchbesprechung schreibe, gibt es noch keine andere Buchbesprechung, so dass ich wieder einmal allein mit meiner Meinung da stehe. Aber gerade bei diesem etwas zwiespältigen Buch würde ich gerne wissen, wie andere Leserinnen und Leser darüber denken. Selbst die Nürnberger Nachrichten, die auf der Rückseite erwähnt werden, dass das Buch gut sei, finden in ihrem Archiv keine Buchbesprechung. Seltsam!

geschrieben von: erik





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