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Titel: Das Buch in dem die Welt verschwand
Genre: Historienroman
Verlag: Droemer Verlag
Seiten: 443
Autor / Herausgeber: Wolfram Fleischhauer
Preis: 19,90 Euro
Titelbild: FinePic
Bewertung:
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Rezension:
Nicolai Röschlaub fährt zum ersten Mal in seinem Leben mit der neuerbauten Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Fürth. Seine Enkelin Theresa begleitet den alten Mann. Diese Fahrt ist eine Ehre für ihn, quasi als Dank für seine geleisteten Dienste während der letzten Choleraepidemie. Diese Reise, die dann per Kutsche weitergeht ist gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit. Nicolai Röschlaub, inzwischen anerkannter Arzt, erinnert sich an seine Jahre in dieser Gegend und möchte in einer Nonnen-Abtei eine alte Bekannte wiedersehen und sprechen.
Als junger Arzt wollte er neue Wege gehen und wurde brüsk von den etablierten Ärzten und Quacksalbern als Spinner abgetan. Er wird in einen Mordfall verwickelt, der an einen Selbstmord erinnern soll. Krankheit oder Gift, das ist hier die Frage? Weitere Fälle folgen und Nicolai Röschlaub stösst auf ein seltsames Geschwür unter dem linken Lungenflügel, das alle Opfer gemein haben. Später findet er im verschneiten Wald eine Leiche ohne Hände und begegnet dabei einer verführerischen Frau. Diese Frau bleibt jedoch nicht das einzige Rätsel, dass sich ihm zeigt. Der undurchsichtige Justizrat Di Tassi stellt ihn bei sich ein und arbeitet für geheimnisvolle Hintermänner, die die Macht im ersten Deutschen Reich an sich reissen wollen. Er versucht nun das Geheimnis um Magdalena Tharner zu lüften und wird immer mehr in seltsame Machenschaften verstrickt. Es ist ein Kampf zwischen Aufklärung und Gegenaufklärung in dessen Mittelpunkt ein Buch liegt. Mit diesem Buch wird eine neue Zeit eingeleitet und eine alte Welt verschwindet. Darin liegt dann auch der Titel des Buches von Wolfram Fleischhauer begründet. Während sich Nicolai Röschlaub daran macht, neue Wege einzuschlagen, die Morde aufzuklären, verwickelt er sich in ein schier undurchdringliches Netz aus Spionage und Geheimgesellschaften. Bald steht er im Mittelpunkt von Ränken und Verschwörungen. Er fühlt sich wie eine Marionette, an der zwei verschiedene Spieler gleichzeitig die Richtung vorgeben wollen.

Infos:
Wolfram Fleischhauer bedient sich in dieser spannenden Erzählung dem Stilmittel des historischen Romans. Die Handlung die er im Laufe der Geschichte aufbaut ist spannend und weckt die Lust am Mitdenken. Sie baut sich nicht langsam auf, wenn man den Prolog als Beginn nicht berücksichtigt, sondern der Leser wird geradezu hineingestossen. Aber da geht es ihm nicht anders als der Hauptperson selbst. Der Roman ist ein Mischung aus Adelswelt, beginnender Demokratie, Geheimgesellschaften und Aufbruch in eine neue Welt. Die Welt der Aufklärung. Die Welt wird Verbrechen gegenübergestellt, die einen tiefsinnigen Hintergrund hat. Die Lösungsmöglichkeiten für Nicolai weiten sich aus, werden unübersichtlich und auch für den Leser manchesmal dadurch nicht nachvollziehbar. Wolfram Fleischhauer ist ein belesener Mensch, der sein Wissen in die Erzählung einfliessen lässt, indem er seinen Arzt, dieses Wissen anwenden lässt.
Unterhaltung mit hohen geistigem Anspruch. Ein Krimi mit „Akte X Einschlag“. Geheimbündlerroman und Mysterythriller. Schulbücher, die auf diese Art und Weise geschrieben werden, hätten mir in meiner Jugend den Spass an der Geschichte sicherlich eher erhalten. Ein weiterer Pluspunkt, die Erzählung spielt in Deutschland und nicht irgendwo und schon gar nicht in den USA.
Sehr empfehlenswert.

geschrieben von: erik





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