BuchTipps ~ Schreibers Schriften


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Titel: Trauermarsch
Verlag: BeJot Verlag
Seiten: 293
Autor / Herausgeber: Barbara Jung
Preis: 15 Euro
Titelbild: Barbara Jung
Bewertung:
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Rezension:
Rick Flores und seine Schwester Jalena erben eine Ranch in der Nähe von Righteous’ Place in Nevada. Der Ort ist stockkonservativ und spiessbürgerlich. Der Stiefvater der beiden war ein schlimmer Rassist und wusste bis zum Tod seiner zweiten Frau nicht, dass sie zwei farbige Kinder hatte. Auf dem Weg zum Notar, um sein Testament zu ändern, verunglückt er tödlich. So können der Horror-Film-Produzent Rick und seine Schwester auf die Ranch ziehen. Jay, Ricardos Freundin, baut einen Anbau des Hauses aus, um darin ihre Arbeit zu machen. Ihr Ziel ist es, einen Roboter zu bauen. Dazu fehlen ihr aber ein paar Teile. Rick besorgt diese aus einem anderen Geschäft als sonst, denn er will nicht noch einmal Krach mit Jays Vater, dem Ladenbesitzer. Wenig später geschehen seltsame Dinge auf der Ranch.
Bei einem Ausritt geschieht ein Reitunfall und als sie zur Ranch zurückkommen ist das Labor von Jay ausgebrannt und von dem Golem, so der Name des Roboters ist nichts mehr zu sehen. In dem Hochhaus, wo Rick und sein Freund Leslie arbeiten geht eine Bombe hoch. Leslie ist der Freund von Ricks Schwester. Und damit haben wir die vier Hauptpersonen des Romanes schon beisammen.
Ab dem Moment ist aber auch die Polizei im Hause. Sie stellt Fragen wegen der Unfälle und stellt Theorien auf, die für die beiden farbigen Geschwister nicht sehr positiv sind. Denn auch der Polizist ist rassistisch eingestellt.
Es bleibt nicht nur bei Fragen der Polzei. Irgendwann ist die Bevölkerung bereit, Ricardo zu lynchen. Selbstjustiz war schon immer eine Art der Bestrafung.

Infos:
Die Autorin Barbara Jung greift in ihrem 2000 erschienenen Roman das Thema Rassenhass auf. Das Thema ist nicht nur in den USA ein immer wieder aktuelles Thema, sondern trifft auch in der Bundesrepublik zu. So scheint es nicht verwunderlich, dieses Thema als Roman aufzugreifen.
Im Prinzip fand ich den Golem genannten Roboter recht überflüssig. Schon ohne ihn und dem spannenden Start der Geschichte wäre daraus ein guter Kriminalroman geworden. Oder das was man gemeinhin als Thriller bezeichnet. Die Helden sind recht gut beschrieben und auch das soziale Verhalten der Personen ist für den Roman stimmig.
Der Roman ist recht spannend geschrieben und man liest interessiert weiter. Manchmal ist er mir für einen Horror-Roman etwas zu lieblich. An manch einer Stelle fand ich die Handlung etwas unlogisch. Doch darüber konnte ich bequem hinwegsehen, solange der Unterhaltungswert gegeben war. Barbara Jung lässt sich mit diesem Roman gut lesen. Da ich bisher erst eine Kurzgeschichte und einen Roman kenne, würde ich jedoch sagen, ihr Talent liegt eindeutig bei der Kurzgeschichte. Alles in allem empfehlenswert.





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