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Titel: Meister Atami und der kleine Mönch
Genre: Fantasy
Originaltitel: wandering warrior
Verlag: Piper Verlag
Seiten: 328
Autor / Herausgeber: Da Chen
Übersetzt: Susanne Hornfeck
Preis: 14 Euro
Bewertung:
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Rezension:
Das Buch schildert die Geschichte des Waisenjungen Luka, der eine grosse Zukunft vor sich hat und sie natürlich nicht kennt und später die Tragweite nicht voll ermessen kann. So lebt Luka mit dem Bettelmönch Atami zusammen. Ihr Land, das alte China ist von den Mongolen besetzt und wird grausam ausgebeutet. Atami und Luka betteln sich ihren Lebensunterhalt zusammen, ohne bei den Mongolen negativ aufzufallen. Es gibt eine alte Vorhersage, die besagt: „Der künftige Kaiser trägt fünf schwarze Muttermale auf jeder Fusssohle und steigt alle fünfhundert Jahre in sein Land herab um es zu führen“. So steht es ebenfalls in den heiligen Schriften. Und nur der elfjährige Luka erfüllt diese Prophezeihung. Der Bettelmönch, ehemals der Grossmeister eines der ehrwürdigsten Kung Fu Klöster Chinas, klärt ihn schliesslich über diese Vorhersehung auf und unterweist ihn in Kung Fu und allen anderen kaiserlichen Disziplinen, die er unbedingt kennen muss, da er sonst kein Kaiser werden kann und die Prophezeiung sich sonst nicht erfüllt. Luka will die Unterdrückung des Reiches der Mitte durch die Mongolen beenden und so lernt er fleissig, sogar mit den zwölf magischen Waffen. Eine Vielzahl von Gefahren bedroht die beiden Menschen. Lukas Klugheit und sein Mut sind gefragt, als sein Ziehvater Atami in die Hände der Mongolen, unter der Führung von Ghengi, fällt. Lukas, mit dem Wissen und der Kampfkraft seines Lehrmeisters ausgestattet, macht sich auf, seinen Lehrer aus den Händen der Mongolen zu befreien. Um seinen göttlichen Auftrag auszuführen muss er ständig kämpfen. Mal gegen Menschen, Banditen und Krieger, dann wieder gegen finstere Dämonen und unheilige Mächte. Wie zum Beispiel im Kampf gegen die Skorpione im Körper des Grossmeisters Gulan.
Infos:
Ich bin von der chinesischen Kultur schon lange angetan. In den letzten drei Jahren war ich wegen Geldmangels „nur“ dreimal in China und konnte mir ein Bild von Land und Leuten machen. Gleichzeitig bin ich in Follow, einem Fantasy Club und dort in der Jadefamilie, die eine chinesiche Kultur nachspielt. Aus diesem Grund lese ich sehr gerne Bücher mit chinesischen Helden, wie die unlängst neu aufgelegte Trilogie der Meister Li Romane, ebenfalls im Piper Verlag erschienen. Diese Romane sind für mich spannende Unterhaltung und das Buch von Da Chen steht ihnen in nichts nach. Der chinesische Autor, der in China aufwuchs und mit 23 Jahren in die USA einwanderte bedient mit diesem Roman alle gängigen und von mir erwarteten Klischees. Für den amerikanischen Markt geschrieben finde ich hier die Kung Fu Kämpfe, die ich aus Kinofilmen sowie der gleichnamigen Fernsehserie gewohnt bin. Die jüngeren Leser werden dann wohl eher auf Filme wie ‚Tiger and Dragon’ oder ‚Hero’ verwiesen werden müssen. Es ist ein spannendes Buch dessen Handlung vorgegeben ist und schnell und aufregend von einem gegebenen Umstand in den nächsten führt. Die Art und Weise, wie hier Kung Fu als Lesestoff nahe gebracht wird, ist in Europa und speziell in Deutschland wenig bekannt. Es ist die Geschichte eines Jungen und der qi genannten Kraft, die im Vordergrund stehen. Scheint er im ersten Moment noch als ein Superheld mit einem moralischen Unantastbarkeitssiegel versehen, wird er im Lauf der Geschichte von seinem Sockel heruntergeholt und als Junge die Erzählung beenden dürfen. Neben ihm gibt es nicht nur Meister Atami als Elternersatz. Sein Aufwachsen im Kloster lässt dem Autoren Da Chen die Möglichkeit, witzige Figuren wie Mahing und Mahong einzubauen. Wer aber nur Kämpfe erwartet wird bitter enttäuscht sein, wenn die gedankliche Auseinandersetzung mit dem qi oder innere Kräfte erfolgt. Im Vergleich zu den gewohnten englischsprachigen Fantasy-Romanen bleibt China weiterhin fremd und fesselnd. Das Land und die Kultur bieten für den Westeuropäer immer noch viele neue Ausblicke. Einziger Mangel: Das Lektorat lässt es zu, dass auf Seite 271 und auf Seite 321 jeweils ein 14tes Kapitel beginnt.

geschrieben von: erik





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