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Titel: Chalions Fluch
Genre: Fantasy
Originaltitel: the curse of chalion
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Seiten: 749
Autor / Herausgeber: Louis McMaster Bujold
Übersetzt: Alexander Lohmann
Preis: 8,90 Euro
Titelbild: Jim Burns
Bewertung:
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Rezension:
Cazaril ist ein Höfling und Soldat, der als kleiner Adliger in ein hinterlistiges Ränkespiel am Hof des Königs verwickelt und zur Strafe auf die Galeere verbannt. Nach vielen Jahren entkommt er dem Sklavendasein und macht sich auf den Weg, zurück auf einen ländlichen Hof, wo er als Page einmal arbeitete. Cazaril erhofft sich eine leichte Anstellung, wo er den Rest seines Lebens in Frieden verbringen kann. Mit seinen vierzig Jahren ist er noch nicht ganz alt, aber die Narben auf seinem Rücken schmerzen sehr und er taugt nicht mehr für Schwerarbeiten. Die Besitzerin, die Herzoginwitwe, erkennt ihren früheren Pagen und nimmt ihn als Lehrer für ihre Enkeltochter Iselle und ihren Bruder auf. die beiden Geschwister sind jedoch direkte Verwandte des Königs in Cardegoss. Der Herrscher von Chalion lebt kinderlos und ohne andere Nachkommen mehr schlecht als recht vor sich hin. Als Prinzessin Iselle an den Hof gerufen wird, muss Cazaril sie begleiten. Dabei hatte er gehofft nie wieder an diesen Hof zurückkehren zu müssen. Hier trifft der Privatsekretär von Iselle wieder auf seine alten Widersacher. Im Gegensatz zu ihm befinden sie sich jedoch in gehobenen, machtvollen Stellungen und können mit einem Federstreich Cazaril wieder auf die Galeere schicken. Am Königshof angekommen findet er sich alsbald wieder in den höfischen Ränkespielen verstrickt. Bald steckt er so tief drin, dass er sich in einem Gottesurteil mit einer Krähe wiederfindet. Trotz aller Widrigkeiten ist er bis zum Schluss seiner anbefohlenen Prinzessin Iselle treu, bis hin zu ihrer Krönung als Königin.
Infos:
Nach ‚Fiamettas Ring’ ist das der zweite Ausflug der bekannten Science Fiction Schriftstellerin Lois McMaster Bujold in die Gefilde der Fantasy. Den vorliegenden Band ‚Chalions Fluch’ las ich mit grossem Vergnügen. Ihr (fast) Anti-Held Cazaril ist mit einer Portion Ironie und einem leidenden Lächeln ausgestattet. Es beginnt bereits auf den ersten Seiten, als er von einem jungen Schnösel eine Münze in Empfang nehmen kann. Der Humor der Beteiligten lockert die Erzählung auf und macht sie um so lesbarer. Selbst kleine Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet, leben und lachen und sind nicht nur schmuckloses Beiwerk. Dennoch bleibt Cazaril der Hauptdarsteller, unaufdringlich, leise und bescheiden im Hintergrund, aus dem er immer wieder ins Licht gezogen wird. Der Start des Romans ist ein wenig langsam, fast gemütlich, kommt in der Mitte des Bandes jedoch zu einem rasanten Tempo.
Mir gefällt zudem, dass es kein Roman ist, der sich um eine Abenteurergruppe rankt oder der Wesenszüge annimmt, die wieder einmal an J. R. R. Tolkien erinnern. Der Ausflug in die Fantasy ist für Lois McMaster Bujold eine runde Sache. Wie ihre Science Fiction Geschichten geht sei professionell an die Erzählung heran. Die Welt erinnert mit dem alten Adel und der Titel die alle „dy sowieso“ lauten ein wenig an ein mittelalterliches Italien. Doch das mag jeder für sich entscheiden. Wichtig ist nur, die Autorin erschafft ein eigenes Land, ohne gleich eine Welt errichten zu müssen.

geschrieben von: erik





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