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Titel: Indras Traum
Genre: Horror
Verlag: vgs
Seiten: 143
Autor / Herausgeber: Rebecca Hohlbein
Preis: 9,90 Euro
Titelbild: Thomas von Kummant
Bewertung:
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Rezension:
Indra ist ein sechzehnjähriges Mädchen wie, ja wie jedes andere sechzehnjährige Mädchen. Vielleicht mit dem Unterschied, ihr Vorname ist nicht gerade häufig und sie verlor ihren Vater sehr früh durch einen Motorradunfall. Sie führt in der Nähe von Köln ein Leben, wie es jedes andere Mädchen auch tut, sie könnte in der Klasse neben dir sitzen, ohne dass sie besonders auffällt. Sie ist sportlich, hat eine gute Freundin namens Jasmine und deren Cousin Simon ist so etwas wie ihr erklärter Lieblingsfeind. Der Jüngling ist in Indra verknallt für sie aber ein wenig übergewichtig, was die Sache für Simon schwieriger gestaltet. Ihre Mutter Stefanie ist in zweiter Ehe mit Frank verheiratet. Frank ist ein sehr familiärer, liebevoller und fürsorglicher Stiefvater mit dem sie sich besser versteht als mit der herumzickenden Mutter.
Seit einiger Zeit wird Indra von seltsamen Alpträumen gequält, die sich Nacht für Nacht wiederholen. Sie wird verfolgt, bedrängt, bedroht und wacht jedesmal schweissgebadet auf. Ihre Albträume werden in dem Augenblick wahr, als sie im Park beim morgendlichen Joggen von einem schwarz gekleideten und maskierten Fremden angegriffen wird. Bis sie nach hause kommt hat sie den Überfall leicht verletzt und den Gyro-Twister verlierend, erfolgreich verdrängt. Kurz danach findet sie ihr Zimmer mit roter Farbe verwüstet und die Hauswand ist von Sprüchen verunziert. So langsam nehmen ihre Albträume Gestalt an.
Mit Jasmin und Simon besucht Indra das Konzert der düsteren Rockgruppe Devils Slaves. Hier begegnet sie dem dämonische Ausstrahlung verteilenden Frontmann und Leadsänger Than. In ihm erkennt Indra den Fremden aus ihren Träumen und empfindet den Mann als eine Bedrohung. Sie flieht aus dem Konzert, doch Jasmin verknallt sich in Than. Als Jasmin nach dem Konzert nicht nach hause kommt, wird es eine brenzlige Sache für Indra und Simon. Zuerst begeben sie sich auf die Suche nach ihr, müssen aber schliesslich erst die Eltern, dann sogar die Polizei bemühen. Die beiden Teenager wollen das Geheimnis um Than herausfinden und vor allem Jasmin wieder haben. anscheinend ist Jasmin dem Sänger hörig, zudem hat es den Anschein, sie wäre von ihm entführt worden. Langsam kommt Indra hinter das Geheimnis von Than, als sie seine Zwillingsschwester Zoe kennenlernt. Aber nur Indra selbst ist in der Lage, das Rad des Schicksals in eine andere Richtung zu drehen. Dazu gehören Mut und Freunde...

Infos:
Rebecca Hohlbein ist die Tochter des bekannten Autoren-Ehepaares Heike und Wolfgang Hohlbein. Bisher veröffentlichte sie ihre Kinderbücher unter Pseudonym, bevor sie sich nun entschloss, unter dem bekannteren Namen Hohlbein zu veröffentlichen. Mit ‚Indras Traum’ legt sie einen unheimlichen Mädchenroman vor. Ich kenne die Autorin nicht persönlich, doch denke ich, in der rebellischen Indra sehr viel von ihr selbst finden zu können. Die Geschichte schlägt die jungen Leser zwischen elf und vierzehn Jahren, und damit das eigentliche Zielpublikum, schnell in ihren Bann. Indra ist ein Mädchen, wie es viele auf der Welt gibt, mit dem einen Unterschied, dass sie übersinnliche Erfahrung macht. Im Hintergrund und etwas oberflächlich wird die Gefahr durch Sekten und deren Gewaltbereitschaft etwas angesprochen, aber nicht genug durchgesprochen. Hier ist ein kleines Manko zu verzeichnen. Der Einblick in das Vorleben der handlungsträger ist ausreichend dargestellt. Ich persönlich hätte mir aber etwas mehr erwartet. Zudem kann man sich vor allem in die Gefühlswelt von Indra gut hineinfühlen. Die aus ihrer Sicht geschriebene Geschichte ist gut gelungen, die Übergänge in der Handlung leider etwas holprig.
Es wird nirgends besonders erwähnt, aber ich gehe davon aus, dass das Buch eine Fortsetzung haben wird. Rebecca Hohlbein hat viel von ihrem Vater übernommen, schafft es jedoch ihren eigenen Stil beizubehalten. Da sie sich entschlossen hat, diesen Roman unter dem richtigen Namen zu veröffentlichen, muss sie es sich gefallen lassen, an ihrem Vater gemessen zu werden. Und im Vergleich zu ihm schneidet sie in meinen Augen besser ab.

geschrieben von: erik





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