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Titel: Der Leuchtturm in der Wüste
Genre: Fantasy
Verlag: Thienemann Verlag
Seiten: 204
Autor / Herausgeber: Ralf Isau
Preis: 12 Euro
Titelbild: Kathrin Treuber
Zeichnungen: Kathrin Treuber
Bewertung:
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Rezension:
Felix Corvus, Sohn des Schiffbauingenieurs Dr. Severin Corvus und seiner Frau Julia Corvus, ihres Zeichens Lehrerin leidet unter einer Wunsch-Obliteration. Eine Obliteration ist eine Verstopfung von Hohlräumen. Und das Wunschkind Felix, dessen Grossmuter davon überzeugt war, er würde einen Wunschmarathon gewinnen, wenn dieser olympische Disziplin wäre, hat keine Wünsche mehr. Er kann sich anstrengen wie er will. Doch ihm fällt nichts mehr ein. Felix, der sonst immer 1001 Wünsche hatte, hat keinen mehr. Weil beiden Elternteile wenig Zeit für ihn aufbringen, lesen sie ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Dabei wollte er doch nur ein wenig mehr Zuneigung und Aufmerksamkeit. Die bekommt er, sobald er absichtlich stört, mit dem Stuhl kippelt, etwas umstösst oder anderes mehr. Sofort wird er mit der Erfüllung eines Wunsches beglückt, nur damit er sich ruhig verhält.
Als Einzelkind, verwöhntes Einzelkind hat er es schwer. Seine einzige Freundin Lisa nimmt ihn wie er ist, aber die anderen Kinder wollen nicht mehr mit ihm spielen. So muss Felix sich selbst beschäftigen und bis eben fiel ihm immer wider etwas ein, was er sich von seinen Eltern schenken lassen konnte. Doch von eben auf jetzt fällt ihm nichts mehr dazu ein.
Seine Eltern sind erstaunt. Erst als der Vater in die Wüste muss, um einem Scheich einen Öltanker zu verkaufen, fällt Felix ein Wunsch ein. Mit einem weissen Kamel durch die Wüste reiten. Gesagt getan, Familie Corvus fliegt nach Afrika. Durch die Fenster des Flugzeugs heraus sieht Felix unter sich die endlose Wüste. Wenig später begeben sich er und seine Eltern auf einen Ausflug zu den Pyramiden und in die Wüste. In der Wüste überrascht sie in Haboob, ein Wüstensturm und Felix verschwindet für sieben Wochen in der Wüste. Aber was es mit dem zweitausend Jahre alten Xares und dem Leuchtturm in der Wüste zu tun hat, müsst ihr selber lesen.

Infos:
Ralf Isau beschreibt in Felix Corvus einen Jungen, der als Einzelkind aufwächst, in einer Art die andeutet, dass der Autor das Kind selbst sein könnte. Ohne Freunde, weil durch die Eltern verhätschelt, muss Felix feststellen, dass er keine Wünsche mehr hat. Es scheint so, als besitzt er wirklich alles, was man sich wünschen kann und Eltern zu besorgen bereit sind. Dabei will Felix doch nichts anderes als etwas mehr Beachtung durch die Eltern, etwas mit ihnen unternehmen und nicht ständig Wünsche als Ersatzbefriedigung erfüllt bekommen. Ihn hungert nach Anerkennung, die Ralf Isau sehr gekonnt in die Geschichte verpackt. Der Autor versteht es gekonnt, ohne belehrenden Fingerzeig, auf die Problematik aufmerkasm zu machen. Ein Buch für Kinder ab etwa 10 Jahren zum selber lesen oder für jüngere Kinder zum Vorlesen.

geschrieben von: erik





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