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Titel: Der Antares-Krieg
Genre: Science Fiction
Originaltitel: antares dawn, antares passage, antares victory
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
Seiten: 909
Autor / Herausgeber: Michael McCollum
Übersetzt: Walter Brumm
Preis: 14 Euro
Titelbild: Fred Gambino
Bewertung:
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Rezension:
200 Jahre nach der Supernovaexplosion der Sonne Antares veränderte sich der von der Menschheit besiedelte Raum dahingehend, dass die Menschen neue Sprungpunkte (Wurmlöcher) fanden, bzw. bestehende Sprungpunkte verschwanden. Dadurch wurden menschliche Kolonien von den Hauptwelten getrennt und entwickelten sich Eigenständig weiter. Andererseits tauchen plötzlich Verbindungen zu feindseligen Ausserirdischen auf. Nach den genannten 200 Jahren Eigenständigkeit begibt sich eine Forschungsgruppe über einen wiederhergestellten Sprungpunkt in den Bereich des ehemaligen Antares-Systems. Bei einem Folgesprung in ein benachbartes Sonnensystem gerät die Forschergruppe in den Krieg mit den Aliens und schafft es sogar, eine Schlacht zugunsten der Menschen zu entscheiden.
Es gibt zwei Wege durch die Sprungtore zur Erde zu gelangen. Da ist einmal der wiederentdeckte Weg durch das Antares-System, zum anderen der Weg durch das Einflussgebiet der ausserirdischen Ryall. Während der Weg durch das Antares-System dadurch gefährlich wurde, dass durch die Nova das System verstehlt ist, ist der Weg durch das Ryall-System gefährlich, weil sie eine erobernde Rasse ist und bereits Systeme der Menschen ihrem Reich einverleibten. Menschen aus den Systemen Valeria, Napier und Hellsgate wollen die Ryall daher aus dem Menschensystem Aezer wieder vertreiben. Dazu benötigen sie jedoch die Hilfe der Erde. Das Wissen besitzt die Menschheit. Die Ausführung ist jedoch wieder eine ganz andere Sache. Die Menschen kapern ein Handelsschiff der Ryall und beginnen die Rückeroberung des Systems. Das Handelsschiff ist die denkbar beste Tarnung, um die Ryall mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Praktisch das Trojanische Pferd der alten Griechen in modernster Version. Sie plündern dabei die Daten des Schiffs-Systems und nehmen Gefangene, die aber nur scheinbar dem neuen Herren entgegenkommend sind. Dabei bleiben die Ryall weiterhin im Diffusen der Beschreibung. Der Leser erfährt nicht wirklich, wie sie aussehen und welche Beweggründe sie haben

Infos:
Michael McCollums ist ein Autor, der nicht nur beschreibt und erzählt. Er wirft, nach eingehender Beschreibung der äusseren Umstände, sowie einem abstecken der Wissenschaft und der Geschichte des bekannten Universums seine Handlungsträger in eine unvorhergesehene Begebenheit, die für den Handlungsträger vorerst undurchschaubar ist. Dabei ist der Autor, ein Luft- und Raumfahrtingenieur, selbst eine Art Zuschauer, der seine Handlungsträger bei ihrer Handlung beobachtet, diese weiterspinnt und weiter beobachtet. Damit ist er in der gleichen Situation wie der Leser. Nur mit dem Unterschied, er hält die Erzählstränge weiterhin in den Händen. Michael McCollum stellt eine Art Experiment vor. Eine Gesellschaft mit einer bestimmten Kultur wird zu einer wissenschaftlichen Versuchsanordung. Zur Zeit noch in einem Gleichgewicht befindlich, wird die unvorhergesehene Begebenheit, in diesem Fall der Wegfall und die Entstehung neuer Sprungtore (Wurmlochverbindungen), zu einer Herausforderung für seine Handlungsträger. Mit dem Auftreten dieser Herausforderung befindet sich die Gesellschaft in Zugzwang. Sie muss tätig werden, um den alten Zustand wieder herzustellen, oder wenn das nicht möglich ist, einen Zustand erzeugen, der dem alten Nahe kommt. Michael McCollum schreibt in dieser Hinsicht klassische Science Fiction. Es ist die Science Fiction, die in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts dafür sorgte, dass das Interesse am Weltenraum nicht erlosch. Leider erinnert die Trilogie zu stark an Larry Niven und Jerry Pournell und deren Werk ‚Der Spliter im Auge Gottes’. In vielerlei Hinsicht benutzen die Amis den Begriff Military-SF für diese Trilogie. Dieser Begriff entspringt nur den Gedankengängen jener Leute, für die Krieg nie etwas gefährliches war. Sie verherrlichen eine Situation die in Wirklichkeit und Literatur weit auseinanderstreben. Im vorliegenden Roman ist der Autor jedoch nicht soweit einem Klischee verhaftet, dass er die Politik als Kinderspiel abtut. Gleichzeitig gesteht er anderen ebenfalls zu, in Würde zu Leben und zu Sterben, und seien es die Ausserirdischen. Die lockere Trilogie besitzt alles, was ein wirklicher Hard-Core SF-Roman benötigt. Kolonien im Weltraum, Raumschiffe und Raumschlachten, Menschen und Nichtmenschen. Michael McCollum zieht alle Register der klassischen Science Fiction Literatur. Hinzu kommt sein hervorragendes wissenschaftliches Verständnis moderner Physik mit einem spannenden Erzählstil.

geschrieben von: erik





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