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Titel: Die Priesterin von Avalon
Originaltitel: priestess of avalon
Verlag: S. Fischer Verlag
Seiten: 485
Autor / Herausgeber: Marion Zimmer Bradley, Diana L. Paxson
Übersetzt: Marion Balkenhol
Preis: 9,90 Euro
Titelbild: Braldt Bralds
Bewertung:
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Rezension:
Merlin von Britannien prophezeiht der Hohepriesterin Ganeda, dass ihre Nichte zwischen zwei Welten stehen wird. Rian, die Hohepriesterin stirbt bei der Geburt ihres fünften Kindes, der Tochter Helena. Helena wächst als Tochter der neuen Hohepriesterin und Tante, Ganeda von Avalon, auf. Sie bleibt jedoch nicht lange genug auf der Insel. Am Hofe König Coel’s, ihrem Vater, wird sie nach den Sitten und Gebräuchen der römischen Besatzer erzogen. Im Jahr 259 kehrt sie nach Avalon zurück, um dort als Priesterin ausgebildet zu werden. Ihre Tante Ganeda mag sie jedoch nicht sonderlich. Vielleicht, weil Helenas Mutter als Hohepriesterin ihrer Tante gegenüber vorgezogen wurde. Als Helenas magischen Kräfte deutlich erkennbar werden, sieht sie das Gesicht des Römers Constantinus. Er wird der Mann werden, den sie lieben und mit dem sie zusammen leben wird. Als Constantinus schliesslich Avalon erreicht, geht Helena zu ihm. Auf diesen Frevel hin verstösst Ganeda ihre Nichte.
Helena folgt Constantinus auf dessen Feldzügen und steht an seiner Seite, als er zum mächtigsten General in Rom wird. Helena ist wie viele andere Römer von der neuen Religion, dem Christentum, beeindruckt. Als sie schliesslich ihren Sohn Constantin auf die Welt bringt, ahnt sie, dass er Kaiser und dass sich der Weg der Christen in seinen Händen befinden wird. Sie selbst ist gezwungen, wieder nach Avalon zurückzukehren. Ihr obligt es, das uralte Wissen der heiligen Insel zu bewahren. In hohem Alter will sie zurück nach Avalon. Aus eigener Kraft will sie die Nebel von Avalon durchdringen.

Infos:
Dies ist das letzte Buch, an dem die 1999 verstorbene Autorin Marion Zimmer Bradley arbeitete. Wie schon bei anderen Veröffentlichungen war ihre Schwägerin Diana L. Paxson daran beteiligt. Frau Paxson ist es auch zu verdanken, dass das Buch jetzt in Deutschland erscheinen konnte.
Das Buch, „Die Priesterin von Avalon“ hätte auch ohne den Bezug auf Avalon in die zur Zeit modern gewordenen historischen Fantasy-Romane gepasst. Es zeigt den Weg einer Frau, beginnend mit der Geburt, bis hinein ins hohe Alter, die gegen die Widrigkeiten der Welt ansteht und doch mitansehen muss, wie sich eben diese Welt ändert. Das Erstarken des Christentums raubt ihr ihre eigene Wirklichkeit. Und um das alte Wissen zu schützen bleibt ihr letztlich nichts anderes übrig, als zu ihren Wurzeln zurückzukehren.
Wie schon die anderen Avalon-Romane ist dieser Roman aus der Sicht einer Frau beschrieben und zugleich von zwei Frauen geschrieben. Ein lesenswerter Roman und Abschied einer Autorin. Wenn man denn will, kann man sagen, Marion Zimmer Bradley hat hier den Weg zu ihren Wurzeln zurück gefunden. Ein letztes Mal.





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