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Titel: Replay - Das zweite Spiel
Genre: Science Fiction
Originaltitel: replay
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
Seiten: 411
Autor / Herausgeber: Ken Grimwood
Übersetzt: Norbert Stöbe
Preis: 8 Euro
Titelbild: Will Crocker
Bewertung:
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Rezension:
Der Roman beginnt mit einem Tod. Jeff Winston, die zukünftige Leiche, stirbt am 18. Oktober des Jahres 1988 im Alter von 43 Jahren als mittelmässiger Journalist. Als er seine Augen nach dem Herzinfarkt wieder öffnet, steckt er in seinem jugendlichen Körper des Jahres 1963 im Alter von 18 Jahren. Nach anfänglicher Verwirrung und Orientierungslosigkeit wird ihm seine Situation klar. Jetzt sollte er eigentlich ein Referat halten, entschliesst sich aber, das College zu verlassen. Mit den Kenntnissen seines vorherigen Lebens, kann er sein jetziges Leben noch einmal leben. Er nutzt seine Kenntnisse, um bei Wetten und an der Börse ein grosses Vermögen zu erwirtschaften. Das geht soweit gut, bis zum 18. Oktober 1988. Damit ist dieser Roman der direkte Vorgänger des Films ‚Und ewig grüsst das Murmeltier’, auch wenn dort der Hauptdarsteller nur einen Tag ständig wiederholt. Jeff stirbt erneut und erlebt sein Leben ständig aufs neue. Dies geht mehrmals soweit, bis er auf Pamela trifft, die ebenfalls ständig ihr Leben wiederholt. In diesen Leben (Mehrzahl) geht aber auch einiges schief. Er lernt zwar seine Frau wieder kennen, blitzt aber bei ihr ab, als er mit seiner gesellschaftlichen Stellung angibt. Auch die Versuche, die Weltgeschichte zu ändern, scheitern. Wenn er den Behörden Tipps gibt, werden diese, wie beim Mord an J. F. Kennedy, abgelehnt und nicht beachtet. Jeff lebt weiterhin gesund und munter, hat aber trotzdem das Problem jeweils am gleichen Tag zu sterben und sein Leben erneut zu leben.
Infos:
Der Roman ist sehr gut geschrieben, er gefiel mir und ich denke der Übersetzer Herr Stöbe leistete hier eine sehr gute Arbeit. Das Alter von fast 20 Jahren spielt dabei gar keine Rolle und ist immer noch aktuell. Die preisgekrönte Erzählung von Herrn Grimwood geht auf die alte, oft gestellte Frage ‚was wäre wenn’ zurück. Herr Grimwood schreibt sehr fesselnd und berichtet dabei über den Alltag eines amerikanischen Kleinbürgers, ohne mit Ironie zu sparen.
Durch die ständige Wiederholung des Lebens bauen sich für die Hauptperson Jeff und später auch für Pamela, sehr viele Erfahrungen auf. Wissen sammelt sich an und kann immer neu eingesetzt werden. Das was im ersten Augenblick als Vorteil erscheint, erweist sich mit dem nächsten Leben als Nachteil. Denn die Personen müssen alles wieder von vorne beginnen lassen. So wird jede Tätigkeit zig-Mal wiederholt. Auch Bindungen an Menschen gehen verloren und können durch andere Vorraussetzungen nicht wieder hergestellt werden. So läuft nicht jedes Leben exakt gleich ab. Als Vielleser begegneten mir gute Bücher und schlechte Bücher. Diese für Januar 2005 angekündigte Buch ist eine überarbeitete Neuauflage von 1994, wo das Buch in der Allgmeinen Reihe von Heyne unter der Nummer 9075 erschien. Diese Erzählung hinteliess bei mir damals schon einen guten Eindruck. Leider habe ich von Herrn Grimwood keine weiteren Bücher mehr seitdem gelesen. So bleibt es ein, wenn auch beachtenswertes, Einzelwerk. Neben philosophischen Betrachtungen und der damit verbundenen Nachdenklichkeit ist das Buch aber auch spannend und witzig.

geschrieben von: erik





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