BuchTipps ~ Schreibers Schriften


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Titel: Das grosse Buch der deutschen Märchen
Genre: Märchen
Verlag: Knaur
Seiten: 493
Autor / Herausgeber: Hans-Jörg Uther
Preis: 19,90 Euro
Bewertung:
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Rezension:
Märchenhafte Erzählungen und Märchen überlieferten sich von alters her mündlich. Das liegt sicherlich daran, dass das einfache Volk keine Schriftkenntnisse vorweisen konnte oder wenn doch, bestimmt weder Zeit aufbringen noch Papier und Schreibstifte kaufen konnte um die Erzählungen schriftlich festzuhalten. Wie bei vielen der sogenannten einfachen Völker noch heute, galten unsere Märchen auch einmal als ganz selbstverständliches Gut unserer Kultur. Sie wurden von der älteren zur jüngeren Generation über Jahrhunderte weitergegeben. Die Menschen die die Märchen erzählten, entweder in der ‚Guten Stube’ oder als Reisende in den Gasthäusern, hatten ein sehr gutes Gedächtnis. Dies reichte in der Regel aus, um die Menschen zu unterhalten. Kam noch ein gutes Erzähltalent hinzu, galten sie als etwas ganz Besonderes. Jeder Märchenerzähler und Märchenerzählerin prägten ihre Geschichten durch ihre Persönlichkeit, drückten ihnen einen unvergleichlichen Stempel auf. Sie versuchten dabei ihre Geschichte nie zweimal gleich zu erzählen. Immer wieder arbeiteten sie daran und schmückten sie nach Bedarf aus und ersetzten eventuell Namen und Orte um jemanden eine Freude zu machen, in der Geschichte genannt zu werden. Andererseits aber auch um zu verhindern, bei der Obrigkeit ungewollt in Misskredit zu gelangen.
Die deutschen Volksmärchen wurden wie ihre orientalischen, asiatischen, amerikanischen oder afrikanischen Erzählungen mündlich überliefert. Die Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm zogen seinerzeit durchs Land und schrieben die überlieferten Geschichten auf. Ihr Ziel war es, den ursprünglichen Charakter zu erhalten und keine Verfälschungen zu übernehmen. Was aber nicht ganz gelang. Durch ihre aufwendige Arbeit und Sammelei blieben Geschichten wie „Dornröschen“, „Der Froschkönig“, „Rapunzel“, „Frau Holle“ und andere mehr bis heute erhalten. Andererseits sind seitdem die Geschichten starr und leblos. Sie leben nicht mehr, erhalten keine neuen Wendungen und Ziele. Der reiche Märchenschatz der deutschen Sprache erhielt sich ohne ihr Zutun bestimmt nicht bis heute. Andererseits gibt es „neuere“ Märchensammler wie Hans-Jörg Uther, die versuchen an Hand von verschiedenen Ausgaben eines Märchens, die Herkunft genauer zu erforschen.

Infos:
Hans-Jörg Uther legt hier eine neue Sammlung der deutschen Volksmärchen vor. Ganze sechzig Märchen versammeln sich zu einem wundervollen Buch, dessen Zeichnungen von Otto Ubbelohde stammen. Ein kleiner Nachteil dieser Sammlung ist, dass das Inhhaltsverzeichnis am Ende des Bandes zu finden ist, und dass die Namen der Autoren, Sammler erst in den Quellenangaben zu finden sind. Ansonsten gefällt mir die Sammlung sehr gut und ist sicherlich eine Bereicherung für jeden Bücherschrank.

geschrieben von: erik





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